Kath. Kathedrale in Moskau verlegt Gottesdienste PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 11. August 2010 um 04:34 Uhr

Moskau (KNA) Von der Staub- und Rauchwolke in Moskau ist auch die katholische Kathedrale betroffen. Wegen des Qualms können die täglichen Gottesdienste nur noch im Kellergeschoss gefeiert werden, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax am Montag berichtete. Auch in orthodoxe Kirchen sei als Folge der verheerenden Waldbrände Rauch eingedrungen. Trotzdem gingen zahlreiche Moskauer in Kirchen und beteten um Regen.

Aktualisierung: Der Rückzug der Moskauer Katholiken ins Kellergeschoss ihrer Kathedrale hat offenbar nichts mit den Waldbränden nahe der Hauptstadt zu tun. Renovierungsarbeiten zwängen die Gläubigen, im Keller zu beten, erklärte der Sprecher des Moskauer Erzbischofs, Kyrill Gorbunow, am Dienstag auf Anfrage. Bereits seit zwei Monaten werde das Gotteshaus erneuert; die Arbeiten sollen bis Ende September andauern. Am Vortag hatten russische Medien gemeldet, die Rauchbelastung sei Grund für den Umzug. Nach Worten Gorbunows treffen sich derzeit etwa 2.000 Katholiken zu den Sonntagsmessen. Dies seien zwar nur die Hälfte der sonst üblichen Besucher; allerdings sei der Rückgang wohl eher mit der Urlaubszeit als mit der momentanen Umweltkatastrophe zu begründen. Folgeschäden am Gebäude durch die starke Qualm- und Rußentwicklung sind nach Angaben des Sprechers nicht zu erwarten. Über möglicherweise von der Brandkatastrophe betroffene Kirchengemeinden der Umgebung habe er keine Informationen.


Die katholische Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis der Heiligen Jungfrau Maria (russ. Собор Непорочного Зачатия Пресвятой Девы Марии/Sobor Neporotschnowo Satschatija Preswjatoj Dewy Marii, im Volksmund auch einfach Костёл/Kostjol oder Кирха/Kircha – „die katholische Kirche“) ist eine neugotische Kirche im Zentrum Moskaus und die Kathedrale des Erzbistums Mutter Gottes von Moskau. Sie ist eine von zurzeit nur zwei geöffneten katholischen Kirchen in Moskau und die größte katholische Kathedrale in ganz Russland.

Erbaut 1911 nach einem Entwurf von Tomasz Bohdanowicz-Dworzecki als Filialkirche der polnischen Gemeinde, wurde die Kirche 1938 von der kommunistischen Regierung geschlossen, umgebaut und fast 60 Jahre lang für zivile Zwecke genutzt. Erst 1996 wurde sie nach jahrelangen Verhandlungen wieder ihrer religiösen Bestimmung als Gotteshaus übergeben und nach einer umfassenden Renovierung 2001 neu geweiht. Den Status einer Kathedrale erhielt sie 2002.

Die Kathedrale ist in die Liste des Kulturerbes der Russischen Föderation eingetragen und steht unter Denkmalschutz.


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